Was gisch mer für d'Welt?

Tages Anzeiger - Züritipp 25.03.2010

Mandarina&Co machen Theater nicht nur, aber auch für Kinder. In Ihrem neuesten Stück untersuchen sie das Wesen der Wirtschaft. Wer meint , das sei langweilig, liegt falsch.
Cash statt Märchen. Die 2008 von der Schauspielerin Diana Rojas gegründete Gruppe Mandarina&Co macht zwar Theater für Kinder —auf durchlauchte Prinzessinnen und andere Märchen wartet man dabei aber vergebens. Im Zentrum stehen vielmehr aktuelle Gessellschaftsphänomene: In “was gisch mer für d‘Welt”, der jüngsten Produktion, ist es die Wirtschaft. Eine komplexe und trockene Angelegenheit, könnte man meinen. Doch mit an Bord ist der Autor Martin Bieri, und dem ist es gelungen, die zentralen Mechanismen der Ökonomie zu beschreiben, ohne einmal theoretisch zu werden. Er schickt Rosa und Lena in eine Geschichte, die das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage, von Preis und Produktion, von Werbung, Wert und der Qual der Wahl auf raffiniert einfache Weise erzählt — und auch vor den Schattenseiten nicht haltmacht: “Was was wert ist, kann ich selber bestimmen. Das ist ja der Witz. Alle machen das so. Und wenn du blöd genug bist, mir zu glauben: selber schuld!”, faucht Rosa hinter einer Wand aus Saikoros Lena entgegen. Und schon sind da Neid, Gier und Streit, schon werden Grenzen gezogen und wird die Kommunikation verweigert.
Dass es dabei nicht zu spröde zu– und hergeht, dafür sorgen die schnelle Regie von Seraina Dür, die Spielenergie von Rojas und Brigitte Wootdli, die verschroben an Japan erinnernde Musik von Gustavo Nanez und Fabienne Hadorn, die von Hello Kitty und Konsorten inspirierte Kostüme (Bozena Civic) und – augenfälligst – das leuchtig-bunte Bühnenbild der Künstlerinnen Mickry3. Als Rosa und Lena am Schluss begreifen: “wir haben nicht mit dem Spiel, das Spiel hat mit uns gespielt”, haben nicht nur die Kinder etwas gelernt.
Corina Freudiger

Chocoloco

Tages-Anzeiger, 02.03.2009

Auf der Spitze steckt ein Schwingbesen, drunter flattert das Segel, der Schiffsbauch ist eine Bastelei aus Kisten und Wäschekörben, und vorn flimmert die Kommandokonsole wie ein Flipperkasten. Das Wundermobil, das die Kolumbianerin Canela sich gebaut hat, würde einem Gaston Lagaffe alle Ehre machen. Denn es ist eine Sci-Fi-Karre aus Hausfrauenkram, die als Treibstoff kindliche Imaginationskraft getankt hat. Die Uraufführung von «Choco Loco» (zu deutsch: «verrückte Schoggi»), die am Sonntag im theatral vifen GZ Buchegg stattfand, ist eine Hommage an den Tüftler im kleinen Kind. Und eine Story fürs grössere. Da gibts einen Berner Träumer auf der Suche nach der goldenen Kakaobohne - Markus Gerber als Amazonas-Tourist -, und Canela, eine Technik-verliebte Erfinderin. Der Schweizer Mann entpuppt sich als ungeschickter Trampel im fremden Land, die schöne Einheimische beschützt ihn vor allerlei Unbill. Am Schluss verstehen sie beide, dass der schönste Traum des Lebens nicht das braune Gold ist und nicht der Fortschritt, sondern die Freundschaft - oder: die sich zart andeutende Liebe - über alle kulturellen Schranken hinweg.

Das Debüt der neuen Zürcher Theaterformation Mandarina und Co. hat keine eindeutige Zielgruppe. Die Witzeleien über die schäbigen Gastgeschenke der Weissen etwa versteht kein Erstklässler; der Charme der aufwendigen Bricolage dagegen geht am Teenie-Publikum vorbei. Ohne die grandiose Spielfreude der 1977 geborenen Wahl-Zürcherin Diana Rojas und des ein Jahr älteren Schweizer Kollegen Gerber - beide in Zürich wohl bekannt - zerfiele das konzeptlastige Stück. Die zwei aber singen und spielen (unter der Regie von Seraina Dür) so klasse, dass das Knarzen des Multikultiprojekts fast übertönt wird.
Alexandra Kedves

Y tu? Wer bisch du?

Tages-Anzeiger, 22.03.2007

"Y tu? Wer bisch du?" heisst die erste Arbeit der neuformierten gruppe der Kolumbianerin Diana Rojas und der Bernerin Brigitte Woodtli. Ihnen bewährte Kindertheatercracks bei: Fabienne Hadorn (Regie) und Gustavo Nanez (Musik)...

Züritipp von 22. März 07.

Es ist es gelungen, ein Stück nicht nur für Kinder!

DRS2aktuell von 24. März 07.

Das Papier wird zur Projektionsfläche für einen Videofilm mit Bildern aus Kolumbien, über welche Diana Rojas, zeichnet und dazu von ihrer Heimat erzählt. Geschickt mischen die beiden Schauspielerinnen Schauspiel, Video und Erzählung. Brigitte Woodtli wechselt virtuos zwischen ihrer Hauptolle als Christa und den Nebenrollen als Abwartsfrau, Mutter oder Schneefee "Suiza". Theatralisch sind vor allem auch die Missverständnissen interessant!

Website von das Kulturnetz für Afrika, Asien und Lateinamerika von 24.März.07.

Zweisprachig, multimedial, multikulturell, Poetisch und überraschend, kurz: einzartig ist das Kindertheater "Y tu? Wer bisch du?" des Zürcher Theater... Fachredaktionstipp.

Leporello von 20. April 07.

Eine kleine, feine Theaterkiste. Ein Stück magisches Theater... so überraschend vielsichtig entfaltet sich das Kinderstück..

Berner Zeitung von Freitag 20. April 07.